Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2.1: Vollzug des Baugesetzbuches (§ 13a Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BauGB), Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 33f für den Bereich Burgkirchener Straße (nordwestlich), Schellingstraße (südöstlich), Flst.-Nrn. 2174/17, 2174/14-T - Teiländerung des Bebauungsplanes Nr. 33b, Billigungsbeschluss

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.03.2010   StR/003/2010 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 12, Nein: 12
DokumenttypBezeichnungAktionen

Es wird folgender Beschluss gefasst:

 

Der Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 33 f wird in der Fassung vom 10.03.2010 mit anliegender Begründung gebilligt und die Verwaltung beauftragt, die öffentliche Auslegung durchzuführen.

 

Begründung

zur Teiländerung des Bebauungsplanes Nr. 33 b, Bebauungsplan Nr. 33 f, Burgkirchener Str. (nordwestl.), Schellingstr. (südöstl.) für das Flst. Nr. 2174/17 Gemarkung Burghausen im beschleunigten Verfahren gemäß § 13 a Abs. 1 Ziff. 1 BauGB.

 

Vorbemerkungen

Der rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 33 b setzte im Bereich der betreffenden Grundstücke entlang der Nordwestseite der Burgkirchener Straße eine maximal dreigeschossige Geschäfts- und Bürobebauung, die auch inzwischen errichtet wurde, sowie eine öffentliche Grünfläche fest.

Der südwestliche Gebäudeabschnitt des heutigen EURONICS-Gebäudes, Flurstück Nr. 2174/17 soll nun um ein städtebaulich vertretbares weiteres Bürogeschoss sowie eine Penthousewohnung für den Betriebsinhaber aufgestockt werden.

 

Erfordernis der Neuaufstellung des Bebauungsplanes

Die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 33 b wurde erforderlich, da die vorliegende, Planung für eine städtebaulich vertretbare bauliche Ergänzung und Teilaufstockung des bestehenden Bürogebäudes die Grundzüge des rechtskräftigen Bebauungsplanes berührt.

 

Lage im Naturraum und Einordnung in übergeordnete Planungen

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 33 b liegt im Bereich der Hochterrasse der Salzach, der oberen Terrasse des Stadtgebietes innerhalb des Siedlungszusammenhangs der Neustadt. Im Flächennutzungsplan der Stadt Burghausen mit integriertem Landschaftsplan ist die betreffende Fläche als Mischbaufläche (MI), südwestlich daran anschließend Grünfläche dargestellt.

 

Entwicklungsgebot des § 8 Abs. 2 BauGB

Im Flächennutzungsplan der Stadt Burghausen mit integriertem Landschaftsplan ist der Geltungsbereich als Mischbaufläche (MI), teils als Grünfläche dargestellt. Der Bebauungsplan setzt überschreitet die Grenzen des bisherigen Mischgebietes. Im Rahmen des Verfahrens nach § 13 a Abs. 1 Ziff. 1 BauGB erfolgt auch die Anpassung des rechtsgültigen Flächennutzungsplanes.

 

Planungskonzept:

Erschließung:

Das betreffende Flurstück liegt zwischen der Burgkirchener Straße und der Schellingstraße, die Gebäudezeile grenzt an die Burgkirchener Straße. Grundstückszufahrt und zukünftig erweiterter Geschäftsparkplatz werden von der Burgkirchener Straße her erschlossen. Aus topographischen und städtebaulichen Gründen sowie, um zusätzliche Störungen für die Anwohner auszuschließen, soll die Anbindung an die Schellingstraße nicht ermöglicht werden. Die notwendigen Stellplätze sind auf dem Grundstück bzw. in einer Tiefgarage nachzuweisen.

 

Städtebauliches und grünordnerisches Konzept:

Mit dem Bebauungsplan wird die planungsrechtliche Voraussetzung für die städtebaulich vertretbare Erweiterung sowie im südwestlichen Gebäudeabschnitt eine Teilaufstockung des die Burgkirchener Straße flankierenden Geschäfts- und Bürogebäudes geschaffen.

Die geplante, zukunftsweisende Gebäudegestaltung erwuchs aus der gestalterischen Prämisse, den Grünzug in seiner Luftaustauschfunktion in den unteren Geschossen passieren zu lassen. Die geplanten Erweiterungsflächen sind in Hinblick auf die benachbarten und dahinter liegenden Gebäude des nördlich angrenzenden Siedlungsgebietes in auskragenden Obergeschossen weitestgehend nach Südwesten abzurücken. Die Geschoßzahl wird daher im südwestlichen Gebäudeabschnitt, im Wesentlichen im Bereich der Gebäudeerweiterung auf bis zu V Geschossen erhöht, wobei diese in Folge von zwei Luftgeschossen in den Bereich des bisherigen Parkplatzes bzw. Grünzuges und auch straßenseitig auskragen. Gegenüberliegende bzw. südwestlich benachbarte Gebäude weisen IV Geschosse, teils noch mit ausgebautem Dachgeschoss auf.

Im rückwärtigen Bereich wird eine maximal zweigeschossige Erweiterungsfläche für den Verkaufsbereich des Fachmarktes vorgesehen.

Da das bestehende Gebäude sowie die vorhandenen Parkplätze nach Südwesten erweitert werden, ist die vorhandene, bisher festgesetzte Grünordnung betroffen. Der erweiterte Parkplatz übernimmt mit seiner Oberflächengestaltung und stärkeren Bepflanzung sowie Verknüpfung mit der angrenzenden Grünanlage Teilfunktionen der umgestalteten Grünfläche.

Kompensatorisch wird für die im nordöstlichen Gebäudeabschnitt befindliche Hofzufahrtsöffnung ein Schall reduzierender Abschluss (z. B. Rolltor) festgesetzt.

 

Maß der baulichen Nutzung

Die festgesetzte Grundflächenzahl von GRZ 0,65 als Maß der zulässigen Überbauung des betreffenden Baugrundstückes sowie die festgesetzte Geschoßflächenzahl von GFZ 1.50 weichen deutlich von den Richtwerten des § 17 Abs. 1 BauNVO ab. Diese Richtwertüberschreitungen sind städtebaulich vertretbar und erforderlich, da das betreffende Baugrundstück durch zwei Straßen, eine Grundstücksgrenze  sowie öffentliche Grün- und Verkehrsflächen begrenzt. In Folge dessen können einerseits keine weiteren Grundstücksflächen hinzugenommen werden, bei denen es sich nur noch um öffentliche Grünflächen handeln könnte und an denen jedoch Baugrundstück sowie Architekturkonzept andererseits partizipieren.

Die Weiterentwicklung der den Straßenzug der den  flankierenden Gebäudezeile sowie des bestehenden Fachmarktstandortes ist ein Anliegen, das von der Stadt bewusst mitgetragen wird. Das architektonische sowie das Baumassenkonzept der geplanten Gebäudeerweiterung sind städtebaulich zu begründen und zu vertreten. Sie werden der Burgkirchener Straße als westliche Stadteinfahrt mit ihrer bisher relativ schlichten Randbebauung einen aktuellen Akzent sowie einen Merkzeichencharakter und Wiedererkennungswert verleihen.

 

Baulinien

Die aus städtebaulichen Gründen bereits festgesetzte Baulinie entlang der Burgkirchener Straße wird für das I. und II. Geschoß in den Bebauungsplan Nr. 33 f übernommen und um eine für eine straßenseitig vorspringende Baulinie für das oberste Geschoß ergänzt. Mit dieser für das III. bis V. Geschoß festgesetzten Baulinie, hinter der im III. und IV. Geschoss aus architektonischen Gründen zurück geblieben werden kann, soll Spielraum für eine straßenseitig gegliederte Stockwerksgestaltung ermöglicht werden, der die Massivität dieses Gebäudeabschnittes reduziert und die Gebäudemasse im Interesse der Hinterlieger zur Burgkirchener Straße hin verlagert. Der relativ heterogenen städtebaulichen Situation entlang der Burgkirchener Straße wird mit dem geplanten Gebäude- und Baumassenkonzept eine leicht futuristische architektonische Gestaltung gegenübergestellt, die so nur an diesem Ort städtebaulich begründet und vertreten werden kann. Die straßenseitig vorspringende Baugrenze bzw. Baulinie benachteiligt auf Grund der Lage des Gebäudekomplexes an der Nordseite der Burgkirchener Straße die gegenüber liegenden Gebäude in keiner Weise durch Verschattungen.

 

Nutzungskonzept:

Das bestehende Nutzungskonzept des Geschäfts- und Bürogebäudes wird mit der geplanten Aufstockung durch ein weiteres Bürogeschoss im Wesentlichen beibehalten. Hinzu kommt lediglich eine Erweiterungsmöglichkeit für eine Betriebsleiterwohnung im Bereich des V. Geschosses. Die überbaubare Grundfläche wird in der Planzeichnung mit 0,65 als Obergrenze, die Geschoßflächenzahl (GFZ) auf maximal 1,5 festgesetzt. Hierbei wurde berücksichtigt, dass der wesentliche Teil der Erweiterungen in einem Bereich erfolgt, der an öffentliche Grünflächen angrenzt und partizipiert und das eigentliche, private Baugrundstück begrenzt. Die geplante Tiefgarage unterbaut daher auch öffentlichen Grund.

Betriebe des Beherbergungsgewerbes sowie auch die im Mischgebiet zulässigen kleineren Spielhallen werden ausgeschlossen.

 

Umweltbericht (Hinweis):

Im Rahmen des Verfahrens nach § 13 a BauGB wird auf die Umweltprüfung sowie den Umweltbericht verzichtet.

Gemäß § 13 a Abs. 1 letzter Satz wurde in der zeit vom 5.02.2010 mit 26.02.2010 bei Trägern öffentlicher Belange sowie bei Bürgern eine öffentliche Abfrage durchgeführt, aus der sich kein Hinweis einer Beeinträchtigung der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe b BauGB genannten Schutzgüter ergab.